Rosin Tiergesundheit - Tierarztpraxis - Goldakupunktur

Peter Rosin - Specialized in gold acupuncture since 1997

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Goldakupunktur

Die Methode wurde in den USA von DVM Terry E. Durkes Ende der 70er Jahre entwickelt und seither an zehntausenden Hunden in den Vereinigten Staaten, Dänemark und der Schweiz durchgeführt. Seit Mitte der Neunzigerjahre wird sie nun auch in Deutschland mit durchschlagendem Erfolg praktiziert. Hunde und Katzen mit z.B. Hüft-, Ellenbogen-, Knie- oder Wirbelsäulenproblemen werden in der Tierarztpraxis Rosin mit einer modifizierten Methode, die als ganzheitliche Orthopädie zu verstehen ist, erfolgreich behandelt. Der Erfolg der Goldakupunktur liegt in der umfassenden Diagnostik. Diese zielt auf eine Erfassung aller relevanten Schmerzsituationen im gesamten Bewegungsapparat des Patienten ab, was durch eine gründliche Vorberichtserhebung, eine sorgfältige Gangbildanalyse und eine anschließende Triggerpunktuntersuchung gewährleistet wird. Als weiterführende Diagnostik (»Link Movie Imaging Diagnostics) setzen wir digitale Röntgentechnik, Pulsdiagnostik und gegebenenfalls MRT-/ CT-Untersuchungen ein. Chronisch schmerzhafte Patienten wählen eine für sie schmerzfreiere Schonhaltung (Pass / Twist / Lahmheit) die den gesamten Bewegungsablauf verändert: Aus der primären Schmerzsituation (angeborene HD) entsteht eine Schonhaltung, die im günstigsten Fall die angrenzenden Gelenke bei jedem Schritt unter vermehrte Belastung setzt (wie z.B. das Kniegelenk oder auch den Übergang des Kreuzbeins zur Lendenwirbelsäule). Bei der Hüftgelenksdysplasie zum Beispiel fehlt der notwendige Schub aus der Hinterhand (im physiologischen Fall ca. 70%) und die Vorderextremität muss bei jedem Schritt mehr leisten, als sie es von der Veranlagung her vermag. Zwangsläufig überlasten die Vordergliedmaßen zunächst muskulär (zuerst Ellbogen, dann Schulter). Bei bestehender langjähriger Fehlbelastung der Muskeln und Gelenke versucht der Körper, dieses Ungleichgewicht auszugleichen, wobei sich an den stark beanspruchten Gelenken Arthrosen ausbilden und so dauerhafte Überbelastungen entstehen können. Somit entsteht aus der Hüftgelenksdysplasie eine schmerzhafte Erkrankung, die weite Teile des Bewegungsapparates erfassen kann und teilweise erst über sichtbare Lahmheiten an den Vordergliedmaßen zum Ausdruck kommt. Die ersten Veränderungen des Gangbildes werden oft übersehen oder unterschätzt. Dort setzt die Goldakupunktur erfolgreich ein: Es werden alle schmerzrelevanten Bereiche des Bewegungsapparates erfasst und behandelt. In der Regel handelt es sich leider meist um mehr als nur ein offensichtlich lahmendes Bein.

Movieo - Gold for your pet with Peter Rosin
Gold acupuncture – how this method can greatly improve the quality of life and mobility for chronic pain patients.

Wirkungsweise

Durch die Stimulation der Akupunkturpunkte werden körpereigene, Schmerz regulierende Stoffe vermehrt ausgeschüttet (z.B. Endorphine), die die Schmerzgrenze Ihres Hundes „hochsetzen“, somit wird der chronische Schmerz nicht mehr vom Hund wahrgenommen. Weiterhin kommt es durch die Akupunktur zur Entspannung der durch die Erkrankung chronisch verspannten Muskulatur und damit zur Aufhebung krank- und schmerzhafter, muskulärer Rückkopplungsmechanismen. Die Muskulatur kann wieder sukzessive aufgebaut werden, gegebenenfalls mit Hilfe physiotherapeutischer Maßnahmen. Dadurch gibt der Hund seine oft jahrelang praktizierte Schonhaltung auf, und das Bewegungsbild normalisiert sich je nach der Schwere der Erkrankung teilweise oder vollständig. Dieser Um- und Aufbauprozess der Musuklatur nimmt in der Regel 3 - 4 Monate Zeit in Anspruch. Mitunter ist in dieser Zeit eine Unterstützung durch Physiotherapie oder Zusatzfuttermittel sinnvoll. Außerdem bewirkt die Akupunktur eine Normalisierung des Gewebe-pH-Wertes im Entzündungsgebiet. Es entsteht ein physiologisches Gewebsmilieu, in welchem Schmerzempfindungen auslösende und übertragende Stoffe, welche im Verlauf einer Entzündung entstehen, nicht mehr an der Nervenmembran angreifen können.

Voruntersuchungen

Wir beginnen mit einer sorgfältigen Voruntersuchung, die aus einer eingehenden Vorberichtserhebung, einer Gangbildanalyse, einer Triggerpunktuntersuchung sowie einer Beratung besteht. Die Gangbildanalyse beinhaltet das Erfassen aller Gangbildveränderungen, Schonhaltungen, Lahmheiten des Patienten im Schritt und im Trab. Die Triggerpunktuntersuchung ist eine manuelle Untersuchung auf Schmerzsituationen unter Zuhilfenahme von speziellen Akupunkturpunkten, den Triggerpunkten. Triggerpunkte sind kleine Verhärtungen in einem Muskel, sog. „verkrampfte Zonen“ der Muskulatur. Betroffene Muskelareale können nicht mehr an der normalen Anspannung und Entspannung des Muskels teilhaben. Auf Dauer führt dies zu einer Verkürzung des entsprechenden Muskels. Es kommt zu einer Schmerzausstrahlung, die meist mit weiteren Funktionsstörungen im Bewegungssystem in Zusammenhang steht. Triggerpunkte werden unmittelbar durch akute Überlastung, Ermüdung, Schonhaltung, Überarbeitung oder auch durch ein direktes Trauma aktiviert.

Im Folgenden wird der Patient gewogen und einer Untersuchung des Herz-/ Kreislaufsystems unterzogen, der Hund bekommt einen Venenkatheter, um hierüber die Sedation („Leichtnarkose“) einleiten und gut kontrollieren zu können. Die notwendigen Röntgenbilder werden im Anschluss digital angefertigt, bei Bedarf kommen weitere, bildgebende Maßnahmen wie z.B. digitale Volumentomografie (DVT / HD-CT) zum Einsatz.

Peter Rosin bei der Voruntersuchung
CT / DVT-Untersuchung eines Patienten

Einsetzen der Goldimplantate

Nach Abwägen aller ermittelten Befunde werden nun die Akupunkturpunkte mit Goldimplantaten versorgt, diese können sowohl gelenksnah als auch -fern vom Krankheitsgeschehen (z.B. zwischen den Zehen) lokalisiert sein. Die betroffenen Stellen werden rasiert, sorgfältig gereinigt und desinfiziert. Mit einer speziell entwickelten Injektionstechnik und einem ausschließlich für diese Technik hergestellten Injektionsgerät werden die Gold- oder in manchen Fällen auch Platinimplantate an Akupunkturpunkte in die Muskulatur oder unter die Haut gesetzt, die die Schmerzsituation der betroffenen Gelenke verbessern. Wahlweise kommt auch eine Methode zum Einsatz, bei welcher die Areale über Schnittinzisionen vorbereitet, die Implantate über ein spezielles Hohlnadelsystem an meist tiefer liegende Akupunkturpunkte verbracht und die Schnitte anschließend durch Naht verschlossen werden. Die Implantate bestehen aus 24-karätigem Gold- oder Platindraht geschnittenen, stiftförmigen Drahtstückchen. Die Gold- oder Platindrahtstücke wachsen ohne weitere Probleme im Gewebe ein und verbleiben ein Leben lang an ihrer gewünschten Stelle. Wie bei allen Fremdmaterialien, die in den Körper eingebracht werden, können auch die Goldimplantate ihre Lage verändern. Sie tun dies aber lediglich mit einer Wahrscheinlichkeit von ca. 1 Promille. Diese Methode ist minimal invasiv und bereitet dem Patienten keine Operationsschmerzen. Der Eingriff dauert je nach Schwere der Erkrankung in der Regel inkl. Voruntersuchungen zwischen 2 bis 4 Stunden. Die Sedation wird nach Beendigung des Eingriffs wieder rückgängig gemacht, die Hunde stehen problemlos auf, können den Tag über noch etwas schläfrig bleiben, verlassen aber in der Regel wieder auf ihren vier Pfoten die Praxis.

 

Informations PDF

»Gold acupuncture procedure
»Taking care of your pet after the gold acupuncture procedure
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Indikationen

Schultergelenk

Diese kommen relativ selten vor, da das Schultergelenk mehrere Bewegungsrichtungen hat und dadurch Überlastungen leichter ausgleichen kann. Schmerzen der Schulter beziehen sich meist auf:

  • Osteochondrosis dissecans (OCD)

  • Probleme der Bizepsrinne

  • Entzündungen der Urprungssehne des Triceps

Bei einer Schonung des Ellbogens kommt es durch die chronische Muskelverspannung auch zu einer funktionellen Überlastung des Schultergelenks.

Ellbogengelenk

Zum Ellbogengelenkdysplasie (ED)-Komplex und weiteren Erkrankungen des Ellenbogens zählen mehrere verschiedene Fehlbildungen am Ellbogengelenk, wie zum Beispiel

  • Isolierter Processus anconaeus (IPA)

  • Fragmentierter Processus coronoideus (FPC)

  • Osteochondrosis dissecans (OCD)

  • Inkomplette Ossifikation des Condylus humeri (IOCH)

  • Metaplasie in den am medialen Epicondylus ansetzenden Beugesehnen (MEHB)

Die Ellbogengelenksarthrose entsteht durch eine chronische Überlastung der Ellbögen. Bei einem hüftgesunden Hund werden 70% der Schubkraft bei der Vorwärtsbewegung von der Hinterhand übernommen. Ist diese schmerzhaft, kommt die Schubkraft vermehrt aus der Vorderhand. Da der Ellbogen überwiegend die Bewegungsmöglichkeit “vor” und “zurück” besitzt, neigt dieser schneller zu Arthrosebildung als andere Gelenke, die Überlastungen in mehreren Richtungen ausgleichen können. In vielen Fällen steht das Schmerzgeschehen in direktem Zusammenhang mit der für den Bewegungsablauf verantwortlichen Muskulatur (Bizeps und Trizeps). Aufgrund der eingenommenen Schonhaltung ist die Muskulatur in diesen Arealen häufig verhärtet und verquollen. In vielen Fällen geht dieses Geschehen mit einer Entzündung der Muskulatur und der Bizepssehne einher und ist äußerst schmerzhaft.

Hüftgelenkserkrankung

Sie sind eines der Haupteinsatzgebiete der Goldakupunktur. Nicht nur mittlere wie große Hunderassen wie Labradore und andere Molosserarten, Golden Retriever, Doggen, Neufundländer, Sennenhunde oder Schäferhunde sind von der Hüftdysplasie betroffen, sondern auch Hunde kleiner Rassen. Die Erberkrankung beeinträchtigt auf schmerzhafte Art die Beweglichkeit des Hundes. Schreitet die Krankheit fort, kommt es zu chronischen Schmerzen bis hin zu Lähmungserscheinungen. Bei der Hüftgelenkdysplasie "HD" (»Link Movie early diagnosis) handelt es sich um eine angeborene Erkrankung, bei der die Hüftgelenkspfanne und der Oberschenkelkopf nicht optimal zusammenpassen. Es fehlt aufgrund der Hüftfehlbildung und der daraus entstehenden Schmerzen der notwendige Schub aus der Hinterhand (im physiologischen Fall ca. 70%) und die Vorderextremität muss mehr leisten, als sie es von der Veranlagung her vermag – und dies bei jedem Schritt! Die Hüftgelenksarthrose ist ein Versuch des Körpers, die instabile Hüfte zu stabilisieren, indem vermehrt Knochensubstanz um das Gelenk angelagert wird. Es gibt Hunde, die an den Folgen der HD nicht bis fast nicht zu leiden scheinen. In diesen Fällen muss aber von funktionellen Einschränkungen in der Hüftbewegung ausgegangen werden. Durch Entlastungsbewegungen wird das Gangbild verändert. Diese Hunde zeigen häufig stärkere Veränderungen an den hüftnahen Gelenken als an den Hüften selbst. Die offensichtlichen Gangbildveränderungen lassen meistens keinen Schluss auf den Grad der HD oder der Arthrose zu. Eine frühzeitige Goldakupunktur bewirkt häufig eine Normalisierung des Gangbildes und kann dadurch Sekundärfolgen zu verhindern helfen. Die HD-Diagnostik ist ab der vollendeten 16. Lebenswoche mittels der "PennHIP"-Methode möglich (»Link PennHIP).

Kniegelenkserkrankung

Auch die Kniegelenksarthrose entsteht durch chronische Über- und Fehlbelastung der Kniegelenke, meist hervorgerufen durch eine Entlastung der Hüfte. Die Patienten versuchen die schmerzhafte Hüfte zu entlasten, indem sie die Oberschenkelköpfe nach außen drehen, was dazu führt, dass die Achse der Hinterhand nicht mehr physiologisch bestehen bleiben kann, die Kniegelenke werden nach innen gedreht und es kommt zu einer vermehrten Belastung der Kniegelenke. Der Körper reagiert zunächst mit einer Entzündungsreaktion, die im chronischen Fall in einer Arthrose endet. Der Kreuzbandriss bei Hunden ist neben akuten, traumatischen Geschehen meist ebenfalls auf eine Alterung des Gewebes infolge einer chronischen Überlastung zurückzuführen. Hier hat sich eine Kombinationstherapie aus Goldakupunktur und Kniegelenksinjektion mit künstlicher Gelenkschmiere (Hyaluronsäure) und/oder Kortison bewährt. Mit dieser Methode können viele “klassische schulmedizinische” Kreuzbandoperationen abgewendet werden. Sie zielt darauf ab, die bestehende Entzündung zu hemmen und durch Muskelaufbau die Stabilität im Kniegelenk wiederzuerlangen.

Desweiteren führen wir hihttps://tierarzt-rosin.de/leistungen#prper bedarfsweise wie bei allen anderen Gelenken auch eine regenerative Injektionstherapie, die PRP-Behandlung durch („Platelet Rich Plasma“). Siehe hierzu unsere Information zu PRP (»Link PRP).

Spondylosen, Ankylosen

Spondylosen sind ein Versuch der Wirbelsäulen einen überlasteten Abschnitt zu stützen, es kommt zur vermehrten Anlagerung von Knochensubstanz an der Unterseite der Wirbelkörper. Durch eine chronische Muskelverspannung kommt es zu einer schmerzhaften Fehlstellung und Verblockung der Wirbelkörper im “Dominoeffekt”. Unter Ankylosen versteht man eine komplette Versteifung zweier oder mehrerer Wirbelkörper, die Knochenzubildungen unterhalb der Wirbelkörper haben sich verbunden.

Cauda equina - Kompressionssyndrom (CECS)

Hierbei handelt es sich um eine Fehlstellung im Übergang von der Lendenwirbelsäule zum Kreuzbein. Dadurch kommt es zu einer Beeinträchtigung der aus dem Rückenmark austretenden Nerven und teilweise zu neurologischen Ausfällen (Schwäche in der Hinterhand bis hin zur kompletten Lähmung, Harn und Kot kann unter Umständen nicht mehr gehalten werden).

Bandscheibenprobleme

Durch eine Überlastung der Wirbelsäule kommt es zu einer frühzeitigen Alterung der Bandscheiben. Die Rückenmuskulatur ist chronisch verspannt, die Bewegung kann nicht mehr ausreichend abgefedert werden und die Wirbelkörper werden in falscher Position aneinander gepresst. Meist ist eine genauere Diagnostik mittels DVT / HD-CT oder MRT nötig. Es müssen chirurgische Möglichkeiten sowie seltene Tumorerkrankungen im Wirbelsäulenbereich abgeklärt werden.

Wirbelsäulenanomalien

Sowohl für CECS als auch Bandscheibenerkrankungen gilt: In den meisten Fällen ist eine genauere Diagnostik mittels Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT, DVT) nötig. Unter anderem mit Hilfe dieser Untersuchungen können zudem differentialdiagnostisch die Möglichkeit von Tumorerkrankungen im Wirbelsäulenbereich abgeklärt werden. Auch ist eine Entscheidung über die geeignetste Therapie besser möglich, da auch an chirurgische Optionen gedacht werden muss!

  • Lumbalisierung

  • Sakralisierung

  • Verwachsene Wirbelkörper

  • Zusätzliche Wirbelkörper

Epilepsie und epileptiforme Anfallsleiden

Anfallsleiden wie z.B. die Epilepsie stellen eine besondere Herausforderung für jeden Therapeuten dar, da sie anders als bei schmerzhaften Erkrankungen des Bewegungsapparates nur selten Regeln folgen. Auch die Nachsorge dieser Patienten gestaltet sich aus diesem Grunde aufwändiger. Durch die Dauerakupunktur können die Anfallshäufigkeit, die Anfallsdauer und die Anfallsstärke häufig deutlich reduziert werden. In den meisten Fällen wird hierbei mit Platinimplantaten gearbeitet. Insbesondere bei Fällen atypischer Anfallsgeschehen, also sog. „therapieresistenter“ Patienten kann über eine TCM-Diagnose eine ganz andere Herangehensweise Grund eines Erfolges sein.

Erfolgsaussichten

Um realistisch zu bleiben, aus einem alten Hund mit jahrelangen Problemen wird kein „junger Hund“ mehr; aber für die Restlebenszeit können wir die Lebensqualität des Hundes deutlich heben: er will wieder spazieren gehen, wieder Stufen steigen, wieder am Leben von Herrchen und Frauchen teilhaben – viele ältere Hunde sind (nach Verringerung der Schmerzen) auch wieder besser gelaunt – bzw. sind deutlich weniger aggressiv! Bei jüngeren Hunden zielen wir darauf ab, eine physiologische, also normale Bewegung zu erreichen – und dies ein Leben lang. Dem Hund wird dadurch ein schmerzfreies Aufwachsen und uneingeschränktes Spielen mit anderen Hunden ermöglicht. Die Goldimplantate verbrauchen sich nicht, sie bleiben daher zeitlebens aktiv!

Kontraindikationen

  • Individuell sehr alte Tiere

  • Individuell stark übergewichtige Tiere

  • Bekannte Tumorerkrankungen

  • Akut entzündliche Prozesse

  • Diskospondylitis

  • Patienten mit hohem Narkoserisiko (ausweichen auf Lokalanästhesie möglich)

  • Patienten mit ausschließlich chirurgischer Indikation z.B. Frakturen, OCD, etc.

Nachsorge

Oft können nach 2 Tagen bis 2 Wochen die positiven Veränderungen beim Patienten beobachtet werden. Die Schmerzen nehmen deutlich ab oder verschwinden gänzlich. Als erstes wird von den Patientenbesitzern oft eine positive Veränderung im Wesen ihres Hundes festgestellt. Die Hunde nehmen aktiver am Alltagsgeschehen teil, spielen wieder oder wollen ausgelassen toben, was sie vorher lange nicht oder noch nie getan haben.

Bewegungstraining

Zunächst wird der Hund bis zur ersten Nachkontrolle 10-14 Tage an der kurzen Leine im zügigen, kontrollierten Schritt bewegt – kein Trab, kein Galopp! Im Schritt werden viel mehr Muskelgruppen und Gelenke beansprucht als in den schnelleren Gangarten, da es hier dem Hund möglich wäre, durch Ausgleichsbewegungen sein bekanntes Gangmuster zu wählen! Allerdings soll der Patient wieder Muskulatur aufbauen und wieder sein physiologisches Gangbild erlernen, dieses ist am Anfang am Besten im Schritt möglich, da hier die Gelenke durchbewegt werden und durch die kontrollierte Bewegung die Muskulatur sich regenerieren und aufbauen kann. Man sollte die Spaziergänge mindestens zweimal täglich durchführen – so lange es die Kondition des Hundes (und des Besitzers ...) zulässt. Frühzeitiges Freilaufen oder Toben führt erfahrungsgemäß häufig zu einem Muskelkater, da die lang geschonte Muskulatur durch die ungewohnte Bewegung schnell übersäuert. Das kann sehr schmerzhaft sein. In den meisten Fällen darf der Hund nach den zwei Wochen Leinenzwang wieder langsam mit dem Training, Freilaufen, Spielen etc. beginnen. Dazu werden wir Ihnen in der ersten Nachuntersuchung entsprechende Anweisungen geben, je nach Zustand ihres Tieres. Das Gangbild des Hundes wird mit dem einzuhaltenden Bewegungstraining, je nach vorliegender Veränderung der betroffenen Gelenke, weitgehend normalisiert und der Muskelaufbau gefördert. Allerdings kann auch diese Muskelumstrukturierung (d.h. die Muskeln werden nach z.T. jahrelanger Schonbewegung wieder oder teilweise erstmals eingesetzt) häufig schmerzhaft sein oder zu so starken Missempfindungen führen, dass vorübergehend Schmerzen („Muskelkater“) in der betroffenen Region auftreten können. Diese Phase geht im Normalfall ohne medikamentöse Schmerzstillung vorüber, dauert aber manchmal bis zu drei Wochen. Der gesamte Muskelaufbau dauert beim älteren Hund im Regelfall 4 - 6 Monate, beim jungen Hund baut die Muskulatur erfahrungsgemäß in bis zu 3 Monaten bzw. bis zur Vollendung des 12. Lebensmonats wieder auf. Um den Verlauf des Muskelaufbaus und die Schmerzsituation des Hundes kontrollieren und beurteilen zu können raten wir zu Nachuntersuchungen, die erste nach 10-14 Tagen, die zweite nach 4-6 Wochen. In dieser sensiblen Phase wird auch deutlich, ob es sinnvoll wäre den Patienten in seinem Heilungsverlauf mit z. B. Physiotherapie oder Zusatzfuttermitteln zu unterstützen.